10. Jahrestag des Beginns der Reaktorkatastrophe von Fukushima

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Am Montag, 8.3.2021 um 12 Uhr, gab es einen Pressetermin zum 10. Jahrestag der Atom-Katastrophe von Fukushima. Da eine Demonstration derzeit nur eingeschränkt möglich ist, trafen sich Vertreter*innen von Stadtpolitik und Naturschutz-Organisationen, um deutlich zu machen, dass gerade in Corona-Zeiten die wesentlichen Themen – wie Energiewende und Klimawandel – nicht aus dem Blickfeld geraten dürfen. Vor dem Großplakat in der Frühlingstraße – nähe Bahnhof – übergaben sie der Presse eine Liste von Statements. Hier ein paar Auszüge.

(Foto: Adrian Heim) Von links nach rechts:
Dr. Martin Modlinger, Peter Heller, Dr. Roderich Zauscher, Dagmar Hamberger, Mike Berwanger, Adrian Heim, Wolfgang Klade

Unser Statement überbrachte Mike Berwanger, Bündnis für Dachau, Sprecher / Vorstand
„Die Atomkatastrophe in Fukushima hat uns einmal mehr gezeigt, dass Atomstrom weder günstig
noch sicher ist. Wenn in Deutschland in den nächsten zwei Jahren die letzten Atomkraftwerke
abgeschalten werden, wird somit unser Leben ein Stück sicherer.
Die Katastrophe hat uns aber auch gezeigt, dass wir in der Lage sind, wegfallende Erzeugungskapazitäten
aus Atomkraftwerken versorgungssicher und günstig durch Erneuerbare Energien zu
ersetzen.
Diesen Weg müssen wir noch viel konsequenter weiter gehen, um möglichst schnell auch die fossile
Energieerzeugung abzuschalten. Dazu ist es notwendig schnellstmöglich die bestehenden Hürden
-wie die 10-H Regel in Bayern – abzuschaffen. Denn der Klimawandel ist die noch viel größere
Katastrophe, die wir jetzt schon spüren und die an keinem Ort oder Landesgrenze halt macht.“

Dr. Roderich Zauscher, Bund Naturschutz in Bayern, Vorsitzender Kreisgruppe Dachau: „Eine ähnliche Katastrophe-wie Fukushima-könnte sich jederzeit in Gundremmingen oder Landshut ereignen.“

Sören Schneider, SPD Ortsverein Dachau: „Haben wir wirklich immer noch nichts gelernt? Eine Katastrophe wie Tschernobyl hat zu wenig Umdenken bewirkt, um eine weitere Katastrophe wie Fukushima zu verhindern. Und für den Atommüll haben wir nach Jahrzehnten gegenteiliger Beteuerungen immer noch keine Lösung. Wir unterstützen diese Plakataktion in der Überzeugung: Für einen wirksamen Atomausstieg ist der Weg immer noch weit.“

Adrian Heim, ÖDP Kreisverband Dachau: „Die Atomkatastrophe von Fukushima geht nun in das elfte Jahr. Auch zehn Jahre nach Beginn sind die Reaktorruinen nicht unter Kontrolle. Es gibt nach wie vor keine gesicherten Erkenntnisse zu den geschmolzenen Reaktorkernen, und die Lagerkapazitäten für radioaktiv verseuchtes Kühlwasser gehen zur Neige, weshalb nun das Wasser in den Pazifik geleitet werden soll. Genau dort – in Fukushima – soll am 25.März der olympische Fackellauf starten und die olympischen Baseball- und Softball-Wettkämpfe stattfinden. Hier werden Sportler einem vollkommen unakzeptablen Risiko ausgesetzt. Dieser Skandal ist leider aufgrund der Corona-Pandemie vollkommen in Vergessenheit
geraten.
Wir müssen hoffen, dass es in Deutschland bis zur Abschaltung der letzten 6 Atomkraftwerke keinen schweren Unfall mehr gibt. Es gibt z.B. beunruhigende Berichte, dass es in Neckarwestheim aufgrund maroder Rohrleitungen jederzeit zu einer unbeherrschbaren Atomkatastrophe kommen kann. Warum wird die Atomaufsicht dort nicht aktiv? Tschernobyl und Fukushima sollten doch Warnung genug sein!“

Wolfgang Klade, People For Future Dachau: „Atomkraft wird immer wieder als „klimaneutrale“ Variante zur Energieerzeugung ins Spiel gebracht. Und dies trotz unzähligen Vorfällen in den letzten Jahrzehnten, die deutlich machen, dass die Technologie nicht beherrschbar ist. Dazu kommt die wirtschaftliche Betrachtung mit einem klaren Nachteil der Atomkraft gegenüber den erneuerbaren Energien.
Anlässlich des zehnten Jahrestages der Katastrophe von Fukushima sagen wir von den People for Future Dachau deshalb ganz klar – Atomkraft, nein danke!“

Peter Heller, Bund Naturschutz, Ortsgruppe Dachau: „Die Erzeugung von Atomstrom endet immer wieder tödlich. Reaktorkatastrophen wie in Fukushima 2011 oder Tschernobyl 1986 haben das überdeutlich gezeigt. Die Endlagersuche in Deutschland weist seit Jahrzehnten darauf hin, dass wir Menschen die zeitliche Dimension des potenziellen Freisetzens von Radioaktivität von Beginn an überhaupt nicht verstanden haben oder sie wider besseres Wissen leugnen. Was ist die Dauer eines Menschenlebens (oder gar nur einer Legislaturperiode) gegen die Anforderung einer „sicheren“ Lagerung von 1 Million Jahren? Daran ändern auch die Notwendigkeiten zum Umlenken und Umdenken in der Klimakrise nichts.
Ein tödliches Verfahren wird nicht dadurch sicherer, dass es gute Emissionswerte etwa beim CO2-Ausstoß zeigt. Jetzt wieder auf die vermeintlich so „reine Kernkraft“ zu verweisen, zeugt fast schon von Verhöhnung der bisherigen und sicher zu erwartenden künftigen Opfer.
Was wir stattdessen brauchen sind ein Festhalten am Ende dieser Atom-Technologie aus dem letzten
Jahrtausend und einen zügigen Ausbau erneuerbarer Energien. Insb. müssen Windkraft und Solarstrom massiv gefördert werden, am besten zur dezentralen Energieerzeugung, auch hier vor Ort in Stadt und Landkreis Dachau.

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