Bessere Radverkehrsinfrastruktur – Vorbild Kopenhagen

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Sommerzeit ist Reisezeit – und wenn wir vom Bündnis unterwegs sind, interessiert uns immer, wie andere Kommunen ihre Aufgaben lösen. Führt dann die Reise auch noch nach Kopenhagen, dann darf ein Blick auf die dortige Radverkehrsinfrastruktur in der Radlhauptstadt Europas nicht fehlen.

Der Titel Radverkehrshauptstadt Europas ist dort keine Floskel. Schon auf dem Weg nach Kopenhagen fällt auf, dass praktisch jede größere Straße in Dänemark eine durchdachte Radverkehrslösung hat. In Kopenhagen selbst wird dann endgültig klar, wie konsequent man Radverkehr denken kann: 
Nahezu jede Hauptstraße ist durchgängig mit einem eigenen, breiten Radweg ausgestattet, der bequemes Überholen erlaubt. An großen Kreuzungen gibt es eigene Ampelphasen für den Radverkehr, viele Strecken sind ausschließlich für Rad- und Fußverkehr reserviert.

Es entsteht eine gleichberechtigte Verkehrsinfrastruktur für Kfz, ÖPNV, Radfahrende und Fußgänger*innen – mit bemerkenswerten Folgen:

– Weil so viele Wege mit dem Rad zurückgelegt werden, sind Staus auf den Straßen selten. 
– Das Zusammenspiel zwischen Auto-, Rad- und Fußverkehr funktioniert weitgehend reibungslos. 
– Dank klarer und durchgängiger Infrastruktur gibt es praktisch keine Geisterradler, Halten und Abbiegen werden regelhaft angezeigt. 
– Durch die räumliche Trennung von Rad- und Fußverkehr entstehen kaum Konflikte zwischen den beiden Gruppen.

Die Zahlen stützen diesen Eindruck: In Dänemark ist die Zahl der Verkehrstoten deutlich niedriger als im europäischen Durchschnitt, und die Stauhäufigkeit liegt spürbar unter der beispielsweise in München. Ein wesentlicher Grund dürfte sein, dass in Kopenhagen 40–50 % aller Wege mit dem Rad zurückgelegt werden – in München sind es nur etwa 18–20 %.

Man kann einwenden, dass Kopenhagen und unsere Region nicht eins zu eins vergleichbar sind. Klar ist aber: Investitionen in die Radverkehrsinfrastruktur nützen allen. Wo mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind, bleibt mehr Platz für diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind. 

Wir vom Bündnis werden uns deshalb auch künftig entschieden für mehr und bessere Radwege einsetzen.

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