Die Übergabe von 652 Unterschriften der Initiative „Zukunft Ostenstraße“ hat die geplanten Bahnunterführungen wieder in die öffentliche Diskussion gebracht.
Dabei begründet Oberbürgermeister Florian Hartmann die Dringlichkeit eindeutig mit der geplanten Bebauung des MD-Geländes. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte er, die Unterführung an der Freisinger Straße sei „unverzichtbar, denn ohne sie könne das MD-Gelände nicht so bebaut werden wie vorgesehen“. Im Merkur heißt es, sie sei „unabdingbar, da sonst ein Teil“ des Geländes nicht bebaut werden könne.
Damit stellt sich eine bisher kaum diskutierte Frage: Ist dieser Teil der Bebauung tatsächlich alternativlos?
Seit der Schließung der Papierfabrik vor 19 Jahren lässt die Bahn nicht erkennen, dass der Umbau des Bahnübergangs für sie besondere Priorität besitzt. Ohne die Verknüpfung mit dem MD-Gelände könnte über einen Umbau nach seiner tatsächlichen verkehrlichen und technischen Erforderlichkeit entschieden werden.
Nach Aussagen des Bauamtsleiters ist nur ein Teil der Bebauung an die neue Unterführung und den Anschluss an die Bahnrandstraße gebunden. Der übrige Teil könnte demnach auch ohne dieses Großprojekt entstehen.
Eine kleinere Bebauung könnte nicht nur jahrelange Baustellen und Umleitungsverkehr vermeiden oder verringern. Auch die Kosten für die Unterführung sowie die Folgekosten für zusätzliche Schulen, Kindertagesstätten und andere öffentliche Einrichtungen könnten deutlich sinken.
Bevor sich die Stadt vertraglich bindet, braucht Dachau deshalb einen transparenten Vergleich:
Maximale Bebauung mit Unterführung und hohen Folgekosten – oder ein kleineres, schneller realisierbares und langfristig finanzierbares Quartier ohne dieses Großprojekt?
