Bündnis für Dachau fordert: Wachstum steuern – neue Prioritäten im Landkreis

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Dachau wird in den kommenden Jahren der Landkreis mit dem stärksten Bevölkerungswachstum in ganz Bayern sein. Bis 2037 wird die Bevölkerung um über 13 % wachsen, so die Prognose. Mit einem Themenabend „Wachstum. Wachstum! Wachstum?“ hat sich jetzt das Bündnis für Dachau mit den Herausforderungen des Wachstums beschäftigt. Und mit der Annahme aufgeräumt, dass 1 % Wachstum pro Jahr angeblich moderat‘ ist.

Das Podium des Bündnis: v. r.: Margot Heinze-Ehrlich, Peter Heller, 
Lena Wirthmüller, Michael Eisenmann, Bernhard Sturm, Mike Berwanger

Das Wachstum hat unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der Menschen und die Natur. Mehr Verkehr, mehr Flächenversiegelung, mehr Energieverbrauch und steigende Mieten sind Folgen einer Entwicklung, die von der Politik im Landkreis allzu sehr als selbstverständlich hingenommen werden. Margot Heinze-Ehrlich, die für Stadtrat und Kreistag kandidiert und den Abend moderierte, erinnerte an Pläne einiger Gemeinden, ihr Wachstum auf 1 % pro Jahr zu begrenzen. „Das wären 22 % bis 2037 statt der prognostizierten 13 %, der bayernweit höchsten Rate. Das ist alles andere als eine Begrenzung.“

Volles Haus beim Bündnis

Tatsächlich gelte es angesichts des Wachstums die Prioritäten neu zu setzen, forderte Kreistagskandidat und BUND Naturschutz-Ortsvorsitzender Peter Heller. Bisher werde in Stadt und Land oft so geplant: „Erst wird bebaut, dann nimmt der Verkehr überhand und schließlich bleibt nichts mehr an Freiflächen übrig.“ Dabei müsse es andersherum sein: 1. Naturräume schützen, 2. Infrastruktur planen und erst als 3. schauen, welche Flächen dann noch bebaut werden können. Bündnis-Kreistagsspitzenkandidatin Lena Wirthmüller hat für den Landkreis die beiden offiziellen Armutsberichte erstellt. Sie betonte, dass bei Baulandausweisungen im Landkreis Flächen für den sozialen Wohnungsbau gesichert werden müssen. „Gering- und Normalverdiener haben immer weniger Chancen, eine Wohnung auf dem freien Markt zu bekommen.“

Lena Wirthmüller – Kreistagsspitzenkandidatin des Bündnis
und Expertin für Soziales

Politik vor Ort hat aber nicht nur Einfluss in der Baupolitik. Mike Berwanger, Vorstandssprecher und Nummer zwei auf der Kreistagsliste, forderte mehr Orientierung am Gemeinwohl in der Wirtschaft. Die öffentliche Hand könne mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie bei Auftragsvergaben unter anderem Regionalität und ökologische Standards mehr berücksichtige. Die rechtlichen Grundlagen dazu seien vorhanden, so Berwanger. So könne man zum Beispiel durch lokale Bürgerstromprojekte bei Windkraft und Photovoltaik die regionale Energieerzeugung erhöhen und damit viele Millionen Euro an Wertschöpfung im Landkreis behalten, ergänzte Michael Eisenmann, der als ehrenamtlicher Vorstand der Bürgerstrom Dachau Genossenschaft weiß, wie man lokale Energieprojekte mit Beteiligung der Menschen umsetzen kann.

Auch Bernhard Sturm, ebenso wie Eisenmann Stadtrat und Kreistagskandidat, erinnerte an die Gestaltungsmöglichkeiten in der Landkreis-Politik: „Vieles wird bei uns als selbstverständliche Entwicklung hingenommen. Aber tatsächlich können wir vor Ort sehr viel gestalten.“

Das gesamte Bündnis Wahlprogramm 2020 zum Nachlesen:
https://www.yumpu.com/user/buendnis.fuer.dachau

Bündnis in der Presse:
Süddeutsche Zeitung – Wachstum sinnvoll lenken

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