Der 4 Sterne Landrat erobert die Welt

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Achtung Satire, empfindliche Leser bitte nicht weiterlesen!
Leseanleitung: Für das Verständnis des Kontextes ist es wichtig die Texte hinter LL doppelt so schnell wie den Rest zu lesen.

Aus dem fernen Schwaben wurde uns folgender Artikel, der kürzlich im Bietigheim-Bissinger-Boten erschien, zugespielt

Bietigheim-Bissingen, 2014
Die Söhne unserer Stadt erobern die Welt. In unserer Serie „Bietigheimer in der weiten Welt“ werfen wir einmal im Monat den Focus auf einen erfolgreichen Bietigheim-Bissinger im Ausland. Diesmal auf Landrat Löwl von und zu Dachau, der seinen Posten vor kurzem mit einem grandiosen Ergebnis gegen seinen Widersacher Güll von der SPD eroberte. Das Interview mit Landrat Löwl (LL) führte Barney Bietigheimer (BB).

BB: Herr Landrat Löwl, Sie sind nun bald 100 Tage im Amt, wie läufts?
LL: Alles läuft super. Die Verwaltung ist engagiert, ich bin engagiert und nehme fast stündlich sieben Tage die Woche einen Termin wahr und ich kann sagen die Eingeborenen hier sind geduldige Zuhörer, Widerspruch ist hier ein Fremdwort. Und Sie wissen ich war schon immer bei der CSU und habe schon immer ministriert, ich bin der Landkreis.

BB: in Baden-Württemberg gibt es gar keine CSU…
LL: Papperlapapp, Sie verstehen das nicht die einen sind demokratisch, die anderen sozial und ich bin sozialdemokratisch, Widerspruch ist zwecklos.

BB: Das heißt, man hat die schwäbische Dominanz in der oberbayerischen Bevölkerung akzeptiert?
LL: Klar, die Leute sind doch nicht unvernünftig. Sie wissen was es bedeutet von der schwäbischen Intelligenz zu profitieren und es für sie sogar ein Genuss nach meiner Pfeife zu tanzen.

BB: Wie meinen Sie das denn?
LL: Schauen Sie, wenn im Publikum bei einer öffentlichen Veranstaltung meine Bürgermeister anwesend sind, dann soll man Volk sie auch wahrnehmen und dann lasse ich sie ein bisschen exerzieren. Ich sage dann einfach: alle Bürgermeister stehen jetzt auf und … sie gehorchen, dann sag ich hinsetzen und … sie gehorchen. Klar, das ist noch eine sehr einfache Choreografie, aber wir werden das noch ausbauen, wir sind schließlich Weltmeister.

BB: Sie gehorchen?
LL: Klar, der Oberbayer ist im Alltag eher gemächlich. Er braucht klare präzise Anweisungen damit er überhaupt in Bewegung kommt, sagen wir es doch in aller Deutlichkeit, wie Sie sicher wissen, Sie wissen das natürlich, er braucht Führung!

BB: Führung?
LL: Jetzt kriegen Sie das nicht gleich in den falschen Hals! Führung an sich ist nichts Schlechtes, es kommt immer darauf an wohin die Führung führt, solange sie nicht nach Fürth führt ist doch alles in Ordnung und dann wird mein Volk auch akzeptieren, wenn es von einem Schwaben geführt wird.

BB: Sie sind sicher nicht der erste …
LL: Ach was, wir Schwaben haben hier schon lange die Führung in den Schlüsselpositionen übernommen. Schauen Sie doch in die Große Kreisstadt. Da pfeifen es doch die Spatzen von den Dächern. Der Kämmerer ein Schwabe ist der wahre Bürgermeister, er lenkt, er führt und dann spielt es überhaupt keine Rolle wer unter ihm Bürgermeister ist. Lassen wir den Eingeborenen den einen oder anderen Bürgermeisterposten, wir müssen sie nicht vorführen, wir müssen ihnen etwas Selbstachtung lassen. Das ist Führung.

BB: Herr Landlord, ähm Herr Landrat, verstehen diese Menschen überhaupt hochschwäbisch?
LL: Schauen Sie, auf das kommt es doch überhaupt nicht an, Sie müssen nur dafür sorgen, dass die Bevölkerung keine Zeit hat etwas zu formulieren, zu fabulieren, Sie müssen reden, reden, reden., das erleichtert das gegenseitige Verständnis, die verstehen mich schon akustisch, ob sie mich semantisch interpretieren können ist nicht von Bedeutung. , denn solange sie zu hören, kommen sie nicht zum Denken, und so lange sie nicht denken, kann nichts schief gehen. Merke: der Löwl denkt und der Löwl lenkt.

BB: Herr Landrat, kommen wir zum Akt..
LL: Aktuell habe ich gerade dem Dachauer OB erklärt, dass die Ostumgehung grad mal die Hälfte koschded, von dem was sie koschded und das muss er jetzt erst mal schlucken!

BB: Wie das, man kann …
LL: Schauen Sie wir Löwls, wir schauen auf eine Tradition zurück: 1860 Jahre Verwaltungserfahrung, wenn wir rechnen, dann rechnet sich was sich rechnet, und wenn ich sage die Ostumfahrung koschded nur die Hälfte, dann ist das auch noch untertrieben, aber wir wollen ja niemanden unter- oder überfordern.

BB: Aber wie kommen Sie auf die Hälfte?
LL: Aber, aber, aber. Gelaber, laber, laber. Das ist doch ganz einfach, wenn der Landkreis die Hälfte zahlt, dann sind das 50%, dann bleiben für die Stadt auch nur 50%, und wenn ich Ihnen sage, dass die Hälfte des Landkreises zur Hälfte über die Kreisumlage von der Stadt Dachau bezahlt wird, dann koschded die Umgehung nur ein Viertel also 25 %. Das verstande Sie doch.

BB: ?? Respekt, Herr
LL: Ach hören Sie doch auf, wir Löwls haben schon Umfahrungen umgangen, da wussten die Oberbayern noch nicht mal was Asphalt ist, da haben wir ganze Dynastien wie Porsche, Daimler, Benz, Mercedes, zum Erfolg geführt. Wir Löwl sind doch keine Christ – ähh Weihnachtsmänner!

BB: Kommen wir auf Ihren Vorgänger zu
LL: Ein großartiger Mann, er hat mir den politischen Gestaltungsraum mit einer taktischen Meisterleistung freigehalten. Drohte Gefahr, dass durch zu viel Kapital Projekte, wie Umfahrungen oder sozialer Wohnungsbau, realisiert werden konnte, hat er stets mit seinen Gefährten für Kapitalabfluss gesorgt. Schauen Sie nur: das Kabinettstückchen mit der HypoAlpeAdria. Hätte man die 4,7 Milliarden nicht rechtzeitig in Kärnten geparkt und in Projekte investiert, dann wären doch alle zufrieden, eine schreckliche Vorstellung. Ein Erlöser, der nichts zu lösen hat. Nein, der Weih-, der Christmann ist ein Mann mit Weitblick, der wusste der Löwl kommt: veni, vidi, vici!

BB: zurück zur Umfahrung, Sie haben noch gar keinen Beschluss des Kreistages Haushaltsmittel für die Umfa…
LL: Ich bin der Löwl, der bayrische Löwl und ich brauche keinen Beschluss. Der Beschluss bin ich und ich bin der Beschluss. Das ist das selbe. Wenn der Kreistag sieht, dass die Hälfte von der Hälfte nur die Hälfte koschded, was wollen die Nasen (streichen Sie das), was wollen die – räusper – die halt, noch beschließen. Die sollen doch froh sein, wenn jemand für sie rechnet. Wir Löwls sind seit 1860 Jahren, wir haben einen Stammbaum, den macht uns hier keiner nach, da brauchen wir keinen Beschluss. Schluss

BB: Herr Landrat Löwl, wir danken für das Gespräch
LL: Sie dürfen sich zurückziehen

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