Eine gute Nachricht für die Anwohner der Ostenstraße: Die Bahn wird die geplante Tieferlegung der Unterführung voraussichtlich nicht weiterverfolgen. Das geht aus der Vorlage für den Umwelt- und Verkehrsausschuss vom 6. Oktober hervor. Als Hauptgrund nennt die Bahn den höheren Aufwand – hohes Grundwasser und verschiedene Versorgungsleitungen – als ursprünglich erwartet.
Damit zeichnet sich ab, dass den Anwohnern ein erheblicher Eingriff in ihr Viertel erspart bleibt. Für uns ist das ein wichtiger Fortschritt nach Jahren der Diskussionen und des gemeinsamen Einsatzes.
Seit Jahren auf der Tagesordnung
Bereits am 15. September 2022 haben wir als Bündnis für Dachau zu einer Veranstaltung in die voll besetzte Amperlust eingeladen. Unter dem Titel „15 Jahre Verkehrschaos in der Ostenstraße“ diskutierten wir mit den Anwohnern über die Verkehrsbelastung und die Folgen der geplanten Bebauung des MD-Geländes.
Es folgten unsere Anträge, zusätzliche Verkehrsvarianten zu untersuchen und die nördliche Ostenstraße vor einer weiteren Belastung zu schützen. Im Januar 2023 erreichten wir, dass der Umwelt- und Verkehrsausschuss zusätzliche Verkehrssimulationen beschloss.
Die damalige Frage nach der dauerhaften Erschließung des MD-Geländes und die späteren Pläne für eine Baustellenumleitung sind unterschiedliche Themen. Beide betreffen jedoch dieselben Menschen: die Anwohner der Ostenstraße, deren Wohnumfeld nicht immer weitere Verkehrsbelastungen aufnehmen kann.
Die Bürgerinitiative hat sich deutlich zu Wort gemeldet
Einen wichtigen Beitrag leistete die Bürgerinitiative „Zukunft Ostenstraße“ um Rudi Wolf, Gabi Siegl und Günter Lipp. Mit ihrer Informationsveranstaltung am 1. März 2026 in der Amperlust und ihrer Unterschriftensammlung machten sie die Sorgen des Viertels deutlich.
Ihre Forderungen waren konkret: keine Tieferlegung der Unterführung, keine jahrelange Umleitung durch die Ostenstraße und eine Baustellenumfahrung direkt an der Freisinger Straße. Auch der Erhalt der Parkmöglichkeiten und der bisherigen Tempo-30-Regelung gehörte dazu.
Die Initiative stellte zu Recht fest: Grundsätzliche Zustimmung und gute Absichten allein geben den Anwohnern noch keine Sicherheit. Deshalb war es wichtig, das Thema weiter öffentlich und politisch zu verfolgen.
Gemeinsam mit der CSU nachgelegt
Am 20. Mai 2026 trafen wir uns mit Vertretern der CSU, um sie für einen gemeinsamen Antrag zu gewinnen. Daraus entstand der Antrag vom 12. Juni: Die Stadt sollte gegenüber der Bahn und den zuständigen Behörden eindeutig erklären, dass sie eine Baustellenumleitung durch die Ostenstraße ablehnt.
Bereits 2022 hatte der Umwelt- und Verkehrsausschuss einstimmig eine Behelfsumfahrung mit Behelfsbahnübergang beschlossen. Trotzdem brachte die Bahn später die Ostenstraße als Ausweichroute und die Tieferlegung ihrer Unterführung ins Spiel. Der frühere Beschluss machte das weitere Dranbleiben deshalb keineswegs überflüssig.
Angesichts der neuen Mitteilung der Bahn haben wir den gemeinsamen Antrag in der Sitzung am 6. Oktober zurückgezogen, weil wir keine Notwendigkeit mehr für ihn sahen.
Ein wichtiger Fortschritt – wir bleiben dran
Die absehbare Abkehr von der Tieferlegung ist eine erfreuliche Entwicklung. Dass die Bahn dafür den technischen Aufwand anführt, gehört zur vollständigen Darstellung. Zugleich haben die Anwohner, die Bürgerinitiative und unsere politische Arbeit dafür gesorgt, dass die Belastungen für das Viertel immer wieder auf die Tagesordnung kamen.
Unser Dank gilt allen, die sich eingebracht, Unterschriften gesammelt und das Thema über Jahre begleitet haben.
Noch offen bleibt, wie der Verkehr während des Baus an der Freisinger Straße geführt und eine Behelfsumfahrung finanziert wird. Ebenso ungeklärt ist, welche Verkehrsbelastung auf die Ostenstraße zukommt, falls die neue Unterführung an der Freisinger Straße nicht gebaut wird.
Unser Ziel bleibt klar: Die Ostenstraße muss vor zusätzlichem Durchgangsverkehr geschützt werden – während einer möglichen Großbaustelle ebenso wie bei der weiteren Entwicklung des MD-Geländes.
