Dachau braucht eine verlässliche Sporthalle für die Grund- und Mittelschule Süd und geeignete Räume für die Mittagsbetreuung. Auch der Vereins- und Breitensport braucht Platz. Wie sich diese Bedürfnisse bezahlbar erfüllen lassen, muss angesichts der Haushaltslage nachvollziehbar dargestellt werden.
Im Bauetat-Entwurf 2027 sind für den Neubau der Schul- und ASV-Sporthalle insgesamt 45 Millionen Euro vorgesehen. Dazu zählen das Gebäude, die Planung und weitere Nebenkosten sowie die Außenanlagen. Das ursprünglich vorgesehene Parkhaus und der zweite Bauabschnitt sind darin bereits nicht mehr enthalten.
Der Entwurf nennt eine staatliche Förderung von höchstens 4,9 Millionen Euro. Damit bleiben rund 40 Millionen Euro zu finanzieren. Ein finanzieller Beitrag des ASV ist dort nicht ausgewiesen. Welchen Betrag letztlich die Stadt übernehmen müsste, geht aus dieser Übersicht deshalb noch nicht abschließend hervor.
Was zeigt der Vergleich mit Dachau Ost?
Bündnis + Volt Stadtrat Kai Kühnel hat im Bauausschuss auf die deutlich geringeren Kosten der Turnhalle Dachau Ost hingewiesen. Die konkreten Zahlen zeigen:
- Gesamtkosten: rund 14,5 Millionen Euro
- Förderung: etwa 6,7 Millionen Euro
- Städtischer Anteil: rund 7,8 Millionen Euro
Die Halle Ost bietet außerdem Stellplätze im Erdgeschoss unter der gesamten aufgeständerten Hallenfläche.
Vergleicht man die Beträge nach Abzug der staatlichen Förderung, stehen 7,8 Millionen Euro für die Halle Ost mindestens 40,1 Millionen Euro beim ASV-Projekt gegenüber. Die rechnerische Differenz beträgt damit rund 32,3 Millionen Euro.
Die beiden Projekte sind allerdings nicht unmittelbar vergleichbar: Bauzeit und Baupreise unterscheiden sich, ebenso der Umfang. Beim ASV kommen unter anderem Zuschauertribünen, Vereinsnutzungen und die Mittagsbetreuung hinzu. Auch eine mögliche Vereinsbeteiligung muss berücksichtigt werden. Die Differenz von 32,3 Millionen Euro ist deshalb kein nachgewiesenes Einsparpotenzial. Sie zeigt aber, wie wichtig eine nachvollziehbare Erklärung der Kosten ist.
Was kostet eine bedarfsgerechte Alternative?
Der zusätzliche Nutzen für den Verein und die Zuschauer gehört zur Bewertung. Ebenso wichtig ist aber die Frage, welchen Aufwand Dachau dafür tragen kann. Denn Geld, das hier gebunden wird, steht für andere städtische Aufgaben nicht mehr zur Verfügung.
Dazu braucht es einen aktuellen Vergleich:
Was würde am vorgesehenen Standort eine Schulturnhalle mit den erforderlichen Betreuungsräumen kosten?
Welche Mehrkosten entstehen für Zuschauerplätze und weitere Vereinsnutzungen?
Welchen Beitrag übernimmt der ASV – und welche laufenden Kosten bleiben bei der Stadt?
Der Bauetat nennt die Gesamtsumme, beantwortet diese Fragen aber nicht getrennt. Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage braucht der Stadtrat diese Informationen, um den Umfang des Projekts verantwortungsvoll beurteilen zu können.
Unser Maßstab ist: gute Bedingungen für Schule, Betreuung und Sport – mit einem Umfang, den Dachau dauerhaft finanzieren kann. Dafür müssen Bedarf, zusätzlicher Nutzen und Kosten transparent gegenübergestellt werden.
