Ein Jugendkulturzentrum und eine neue Heimat für die Stadtbücherei auf dem MD-Gelände: Das Bündnis für Dachau + Volt steht diesen Ideen offen gegenüber. Bevor die Stadt erhebliche Planungskosten übernimmt, müssen jedoch Eigentum und Kostenverteilung verbindlich geregelt sein.
Im Bauausschuss am 6. Oktober wurden 2,4 Millionen Euro Baunebenkosten für die Ideenfabrik beraten – 650.000 Euro für 2027 und 1,75 Millionen Euro für 2028. Die Position wurde mit 8:7 Stimmen abgelehnt.
Wer trägt das Risiko?
Das Gebäude gehört bislang nicht der Stadt. Ob und unter welchen Bedingungen sie es übernimmt, hängt von einer entsprechenden Einigung im städtebaulichen Vertrag ab. Dieser ist noch nicht beschlossen.
Kai Kühnel begründete die Gegenstimme des Bündnisses mit dieser ungeklärten Situation: Die Stadt soll Planungskosten für ein Gebäude übernehmen, dessen spätere Übertragung noch nicht gesichert ist. Eine Erstattung durch die Eigentümerin für den Fall, dass die Übernahme scheitert, ist nach seinem Kenntnisstand nicht abgesichert.
Hinzu kommt: Es geht um einen Realisierungswettbewerb, nicht lediglich um eine Machbarkeitsstudie. Darauf hat auch der Oberbürgermeister in der Sitzung hingewiesen. Die Stadt würde damit bereits die konkrete Umsetzung vorbereiten, obwohl die Übernahme des Gebäudes noch nicht verbindlich geregelt ist. Welche weiteren Beauftragungen und finanziellen Bindungen damit verbunden wären, muss vorab offengelegt werden. Aus unserer Sicht gehört die vertragliche Absicherung deshalb vor diesen nächsten Planungsschritt.
In der Sitzung wurde eine Förderung von 80 Prozent der förderfähigen Bau- und Baunebenkosten mündlich in Aussicht gestellt. Das wäre eine erhebliche Unterstützung. Offen bleibt jedoch, welche Folgen eine gescheiterte Übernahme für die Förderung hätte. Die angekündigte Förderung ersetzt deshalb keine verbindliche Vereinbarung mit der Eigentümerin.
Offen für das Projekt, klare Bedingungen für städtische Ausgaben
Den Vorwurf, das Bündnis sei gegen ein Jugendkulturzentrum oder eine Verlagerung der Bibliothek, wies Kai Kühnel ausdrücklich zurück.
Wir haben nichts gegen die Ideenfabrik. Wir wollen aber zunächst klären, welche Leistungen Vonovia als Eigentümerin erbringt und welche Kosten und Aufgaben die Stadt übernimmt. Aus unserer Sicht schwächt es die städtische Verhandlungsposition, bereits vorher erhebliche Planungskosten zu übernehmen.
Erst Eigentumsübertragung und Kostenverteilung verbindlich regeln, dann weitere finanzielle Verpflichtungen eingehen. Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage müssen städtische Ausgaben verlässlich abgesichert sein.
Bereits in unserem Beitrag vom 14. Januar 2026 haben wir das Konzept als „interessanten und mutigen Ansatz“ bewertet. Zugleich haben wir darauf hingewiesen, dass die Stadt erst nach Abschluss des städtebaulichen Vertrags Zugriff auf die Gebäude erhält. An dieser Haltung hat sich nichts geändert: Wir stehen der Ideenfabrik offen gegenüber, wollen aber verbindliche Vereinbarungen, bevor die Stadt erhebliche Planungskosten übernimmt.
