Mal zu wenig, mal zu viel: Ist Dachau darauf vorbereitet?
Lange Trockenzeiten und niedrige Wasserstände auf der einen Seite, Starkregen und Hochwasser auf der anderen: Dachau muss sich künftig auf beide Extreme besser vorbereiten.
Die Aufgabe klingt einfach, ist aber anspruchsvoll:
Wasser zurückhalten, wenn es fällt – und verfügbar halten, wenn es fehlt.
Der Bund hat dafür die Nationale Wasserstrategie beschlossen. Sie soll dafür sorgen, dass unser Wasser auch in Zukunft für Menschen, Natur, Landwirtschaft und Wirtschaft ausreicht. Von den vorgesehenen Maßnahmen gelten 38 als besonders dringlich.

Die Zahlen im Schaubild zeigen den Stand auf Bundesebene. Sie sagen noch nichts darüber aus, wie weit Dachau ist.
Aber sie zeigen: Der notwendige Umbau hat gerade erst begonnen. Viele Aufgaben müssen von Ländern, Landkreisen und Kommunen vor Ort umgesetzt werden.
Dachau beginnt dabei nicht bei null. Mit der Rahmenplanung „Grün-Blau“ und der ökologischen Aufwertung der Würm wurden bereits wichtige Schritte unternommen.
Doch die Herausforderungen haben sich verschärft. Heute müssen wir stärker zusammen denken:
- Wie sichern wir langfristig unser Trinkwasser?
- Wie halten wir Regenwasser in der Stadt?
- Wie schützen wir uns vor Starkregen und Hochwasser?
- Wie gehen wir mit Trockenheit und niedrigen Wasserständen um?
- Sind unsere großen Bau- und Stadtentwicklungsprojekte noch klimafest?
Trockenheit und Starkregen sind dabei keine Gegensätze. Nach langen trockenen Phasen kann sehr viel Regen in kurzer Zeit fallen. Ausgetrocknete oder versiegelte Böden nehmen dieses Wasser nur schlecht auf. Es fließt schnell ab, überlastet Kanäle und kann Straßen, Keller und Grundstücke überfluten. Wenig später fehlt dieses Wasser bereits wieder.
Deshalb wollen wir klären, welche Ziele der Nationalen Wasserstrategie Dachau schon berücksichtigt, wo noch Lücken bestehen und ob die bisherigen Planungen zu einer gemeinsamen Wasserstrategie zusammengeführt werden sollten.
In den nächsten Teilen unserer Serie schauen wir genauer auf das Dachauer Moos, den Mühlbach und das MD-Gelände sowie auf die Frage, wie Dachau mehr Regenwasser speichern kann.
Denn Wasserpolitik betrifft nicht nur unsere Bäche. Sie entscheidet mit darüber, wie Dachau künftig lebt, plant und baut.
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Kai Kühnel ist Stadtrat und Fraktionsvorsitzender von Bündnis für Dachau + Volt. Als Architekt beschäftigt er sich besonders mit Stadtentwicklung, Klimaanpassung und der Frage, wie Dachau künftig plant und baut.
