Bündnis für Dachau – Juni-Hochwasser und die Konsequenzen dazu

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Das Bündnis für Dachau hat in mehreren Anträgen eine Aufarbeitung der Ereignisse des Juni-Hochwassers in Dachau angefordert, um für zukünftige Starkregenereignisse noch besser vorbereitet zu sein und die Bürger der Stadt möglichst vor großen Schäden zu bewahren. Die Anträge im Wortlaut können hier nachgelesen werden:

Der Stadtbauhof, die Feuerwehr und die Stadtwerke haben nun in der Stadtratssitzung vom 08.10.2024 über das Juni-Hochwasser und den daraus zu ziehenden Konsequenzen berichtet. Klar wurde, dass die Herausforderungen aus diesem Starkregenereignis enorm waren. Klar wurde auch, dass durch die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten schlimmere Auswirkungen verhindert wurden.

Dafür gebührt den Helfern unser aller Dank.

Wichtiger Aspekt in den Berichten war die Möglichkeiten des baulichen Hochwasserschutzes für Amper, Gröbenbach und Webelsbach. Für die Amper ist dabei bereits eine vom Wasserwirtschaftsamt erarbeitete Variante kurz vor der Planfeststellung. Für den Gröbenbach sollen mögliche Varianten in nächster Zeit vorgestellt werden. Überrascht wurden alle Beteiligten vom Ausmaß des Webelsbachhochwasser – daher werden auch hier demnächst Überlegungen im Stadtrat vorgestellt. Allen Maßnahmen gemeinsam ist, dass diese nicht in absehbarer Zeit realisiert werden können und hohe Investitionssummen erfordern.

Ein weiterer Schwerpunkt der Berichterstattung war die Leistungsfähigkeit der Kläranlage und die Herkunft der enormen Abwassermengen beim Juni-Hochwasser. Denn in der Theorie dürfte während einem Hochwasser eigentlich keine wesentlich höheren Abwassermengen als üblich anfallen, weil Regenwasser und Grundwasser nicht in die Abwasserkanalisation gelangen dürften. Aber genau das ist dieses Jahr passiert. Das Schlimme daran? – Regen- und Grundwasser macht ein Vielfaches des eigentlichen Abwassers aus und kann damit eine Kläranlage überlasten und im schlimmsten Fall – wenn die Biologie zerstört wird – über Monate außer Gefecht setzen.

Aufgabe für die Stadtwerke ist es nun, das Kanalnetz vor dem Eindringen von Regen- und Grundwasser zu schützen. Das Bündnis hat darüber hinaus angemahnt, dass auch die einleitenden Partnergemeinden Schwabhausen, Bergkirchen und Röhrmoos Maßnahmen ergreifen müssen, um Oberflächenwasser vor Ort zurück zu halten. Besonders die Gemeinde Bergkirchen ist mit einer 1400 % höheren Abwassermenge als üblich aufgefallen.

Eine wichtige Konsequenz aus dem Hochwasser ist der Aufbau eines Pegelmesssystems der Stadtwerke, dass die Pegel der derzeit nicht überwachten Wasserläufe (z.B. Webelsbach und Gröbenbach) und die Kanaldurchflussmengen kontinuierlich ermittelt. So können Fehler im Kanalsystem frühzeitig erkannt und im Falle eines Hochwassers die Anwohner noch schneller gewarnt werden.

Alle ergriffenen und zukünftigen Maßnahmen werden aber eines nicht leisten können: Einen hundertprozentigen Schutz kann die Stadt nicht bieten. Die Dachauer Bürger müssen auch selbst für den Schutz ihrer Keller sorgen. Denn nur eins ist sicher – die Starkregenereignisse werden öfter und heftiger werden!

Presseberichte dazu:

Münchner Merkur

Süddeutsche

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