Das Interesse am Dachauer Moos ist ganz offensichtlich enorm. Bereits vor 2 Jahren hatte das Bündnis für Dachau dazu bei einem Themenabend das Ludwig-Thoma-Haus gefüllt (hier geht’s zum Bericht). Auch am Dienstag den 06.02. war der Schützensaal des Gasthauses Drei Rosen bis zum letzten Platz gefüllt. Herr Alfred Ringler, ein ausgewiesener Kenner des Dachauer Moos, war vom LBV als Redner angekündigt.
Alfred Ringler begründete dann das enorme Dachauer Interesse am Moos damit, dass es bereits fast vollständig zerstört ist und damit der Wunsch die letzten Reste zu erhalten umso dringlicher ist. Welche Bedeutung das Dachauer Moos tatsächlich hat, wurde durch eindrücklich Zahlen untermauert: mit 42.000 ha war das ursprüngliche Dachauer Moos weit größer als das Donau Moos, vom verbliebenen Rest von ca. 5.000 ha werden etwa 4.000 ha landwirtschaftlich genutzt, was wiederum ca. 120.000 t CO² Emission jährlich verursacht. Die CO² Emission wird durch den fortschreitenden Abbau des trockengelegten Moosbodens verursacht – in ca. 30 Jahren wird dadurch ein großer Teil der Moosböden nicht mehr vorhanden sein.
Die einzige Möglichkeit diese Entwicklung zu stoppen ist die Wiedervernässung der verbliebenen Moosböden. Alfred Ringler machte aber auch deutlich wie schwierig dies zu bewerkstelligen ist. Die Menge von umliegenden Nutzern (Anwohnern) ergibt eine Moosfläche von gerade mal 5,8 m² / Anwohner (zum Vergleich im Murnauer Moos liegt diese Relation bei 1.900 m² / Anwohner). Dadurch ist auch heute noch der Siedlungsdruck z.B. durch neue Gewerbegebiete, Ostumgehung Dachau, Südumgehung Hebertshausen, Stromtrassenbau Inhauser Moos, etc. auf das Moos enorm.
Ringler machte sich in seinem Vortrag dafür stark, sich auf bestimmte Kerngebiete zu fokussieren und hier die Landwirte verstärkt ins Boot zu holen. Als Handlungsfeld nannte er unter anderem das Gebiet um den Kalterbach, das eine Kernzone der verbliebenen Moosgebiete darstellt. Die Stadt Dachau hat zwar das Dachauer Moos nicht als Handlungsfeld in seinem Klimaplan, allerdings – und das ist viel wichtiger – sind die im Vortrag genannten Gebiete rund um den Saubach in Nachbarschaft zum Kalterbach als Wiedervernässungsgebiet im neuen Flächennutzungsplan enthalten.
Das hat der Hinweisgeber dann doch lieber ausgelassen. Die Hoffnung, das auch die anderen Moosgemeinden so vorbildlich aktiv werden wie die Stadt Dachau wurde nicht geäußert. Mehrmals wurde seitens Herrn Ringler auf die enge Freundschaft mit Herrn Rossa vom Moosverein verwiesen. Für die zahlreichen Mitglieder des Bündnis für Dachau und einigen Grünen- andere Vertreter von Moosgemeinden und der Stadt wurden nicht gesichtet- blieb da nur ein Stirnrunzeln auf den Gesichtszügen.
Von enormer Bedeutung für eine Sicherung dieser Kerngebiete wird daher das geplante Renaturierungsprojekt des Kalterbachs durch den Verein Dachauer Moos sein. Auch wenn Herr Ringler durch den gesamten Vortrag hindurch den Verein Dachauer Moos als vorbildlich erwähnte, kann man bislang noch keine ambitionierte Planung hinsichtlich einer Wiedervernässung für dieses Gebiet erkennen.
Daher muss man wohl eher auf die ebenfalls im Vortrag erwähnte vorbildliche Arbeit des Bibers hoffen!
