Statt Verbote – Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten

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Architekt Peter Haimerl formuliert und thematisiert in einem Beitrag in der Sendung Quer das grundlegende Problem treffend: Neubaumonokulturen.

Grundsätzliche Aufmerksamkeit bekommt das Thema durch die von einigen GRÜNEN entfachte Diskussion des Verbots von Einfamilienhäusern. Doch ob uns diese Diskussion weiterführt bleibt dahingestellt, aber ein Nachdenken über die Zukunft der städtebaulichen Entwicklung ist gerade zwingend erforderlich.

Die CSU will sich aus der Verantwortung stehlen, in dem sie zum wiederholten Male einen Gestaltungsbeirat beantragt. Aber, ein paar exemplarische exponierte Gebäude jedes Quartal von einem Fachgremium diskutieren lassen bringt uns nicht weiter.

Deswegen entstehen die städtebaulichen Gurken nach § 34 BauGB weiter. Weil sie einzeln zu unbedeutend sind. Aber in der Summe zerstören sie unsere Struktur auf infrastruktureller, sozialer und kultureller Ebene.

Viel wichtiger als einen Gestaltungsbeirat einzuführen wäre sich der eigenen Identität bewusst zu werden, was macht den Charme unserer Kleinstadt aus. Am Selbstbewusstsein scheint es zu mangeln.

Ein Beispiel: Brauchen wir einen Schuhschachtel-Bahnhof inkl. Einkaufszentrum – wie überall vorhanden – oder bleiben wir maßstäblich? Hier hat der Wettbewerb für das Dachauer Bahnhofsumfeld einen gerade noch verträglichen Kompromiss erwirkt.

Der Trend (was für ein fürchterliche Begriff für Architektur) hat uns dahin geführt, dass die Qualität von Bauten von innen nach außen an erster Stelle steht. Der Zusammenhang und das äußere Erscheinungsbild spielt keine Rolle mehr, das gesellschaftliche Miteinander – wie im Quer-Beitrag angerissen – genauso wenig, wie ein prägendes Bild eines Stadtviertels oder Quartiers.

Die Kollegen von der ÜB haben hier den richtigen Antrag gestellt, nämlich stadtteilbezogene Bebauungspläne zu entwickeln. Wir betonen hier einfache Bebauungspläne mit Festsetzungen/Festlegungen in wenigen zentralen Punkten.

Wir dürfen dem Druck aus München (damit sind nicht die Münchner als Personen gemeint, sondern die Intention sich zur verklumpten gesichtslosen Metropolregion zu entwickeln) nicht nachgeben und hier zum Verdichtungsraum der Landeshauptstadt werden. Wir wollen unsere eigenen Freiflächen erhalten und nicht zur Erholung jedes Wochenende in die Berge pendeln müssen, weil die Landesregierung unter Streibl, Stoiber, Söder es jahrzehntelang versäumt hat, diese Räume zu stärken und sich ausschließlich auf die Metropolregion München und Nürnberg konzentriert hat.

Ein Kommentar

  1. Gute Architektur wird nur noch selten gebaut. Kopierte, verstümmelte aus dem Zusammenhang gerissene, uniforme oder extrovertierte Gebäude aus dem Baumarktkatalog, momentan vornehmlich in Grau / Weiss mit Steinumrandung sind die Realität. Wertvolle Wohnquartiere wie z.B. die Borstei in München oder die Fuggerei in Augsburg sind meisterhafte Beispiele aus vergangener Zeit. Flächen um diese zu entwickeln würde es auch in Dachau geben > ex MD Gelände.
    Auch wären gemischte Konzepte wie z.B. Mehrgenerationhäuser ein guer Ansatz

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