MD-Gelände in Dachau mit freigeräumten Flächen und verbliebenen Fabrikgebäuden. Darüber die Frage „Wie lange bleibt es bei Plänen?“, darunter das Logo von Bündnis für Dachau + Volt.

MD-Gelände: Wie lange soll Dachau ohne verlässlichen Baustart weiterplanen?

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Vonovia will weniger Wohnungen für den eigenen Bestand bauen und überprüft sein Neubaugeschäft. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung am 4. November. Für Dachau stellt sich damit erneut die Frage: Wie realistisch ist die Umsetzung des Mühlbachviertels auf dem ehemaligen MD-Gelände – und welchen weiteren Einsatz städtischer Mittel und Arbeitszeit rechtfertigt diese Aussicht?

Die neue Zurückhaltung ist vom Unternehmen selbst angekündigt. In seiner Mitteilung vom 28. Oktober nennt Vonovia strengere Renditeanforderungen, weniger Neubau für den eigenen Vermietungsbestand und den Vorrang des Schuldenabbaus. Höhere Finanzierungskosten und schwächere Nachfrage erschweren zugleich den Verkauf von Immobilien und Neubauprojekten.

Eine Absage an das Dachauer Vorhaben ist damit nicht verbunden. Eine verlässliche Bauperspektive ergibt sich aus weiterlaufenden Planungen allerdings ebenfalls nicht.

Vor Ort bestehen zusätzliche Unsicherheiten. Nach den Ausführungen in der Bauausschusssitzung am 21. Oktober hängt die Bereitschaft von Vonovia/BUWOG zum konkreten Projektstart von der Bahnunterführung am Stadtbahnhof ab. Planung und Verhandlungen über den städtebaulichen Vertrag laufen dennoch weiter.

Auch das vorgesehene Geschäftsmodell verdient einen genaueren Blick. Auf der BUWOG-Projektseite zum Mühlbachviertel steht „Kaufen / For sale“. Der Text nennt Eigentumswohnungen neben geförderten und freifinanzierten Mietwohnungen. Das belegt keinen geplanten Verkauf des gesamten Geländes. Offen bleibt aber, welchen Anteil Vonovia langfristig selbst halten will und wie sich die neue Konzernstrategie auf die Realisierung auswirkt.

Für Bündnis für Dachau + Volt folgt daraus: Der weitere städtische Aufwand muss an einer belastbaren Umsetzungsperspektive gemessen werden. Wir halten eine aktuelle Auskunft von Vonovia/BUWOG für notwendig: Gibt es eine Investitionsfreigabe und eine gesicherte Finanzierung für erste Bauabschnitte? Welche Voraussetzungen fehlen noch? Und welcher Zeitplan ist unter den veränderten Bedingungen realistisch?

Die Stadt sollte zugleich offenlegen, welche Ausgaben, Verpflichtungen und Verwaltungskapazitäten die weitere Entwicklung bindet. Diese Mittel und diese Arbeitszeit fehlen möglicherweise bei anderen Dachauer Aufgaben.

Das gilt auch für die Ideenfabrik, der wir grundsätzlich offen gegenüberstehen. Ihre Finanzierung und ihr Betrieb müssen auch dann tragfähig sein, wenn sich das übrige Quartier erheblich verzögert. Bevor Dachau weitere wesentliche Verpflichtungen eingeht, muss geklärt sein, welche Schritte jetzt sinnvoll sind und welche vorerst zurückgestellt werden sollten.

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