Rund um das MD-Gelände sind die Bodenrichtwerte besonders deutlich gesunken:
- Altstadt: von 1.900 auf 1.800 Euro je Quadratmeter
- Untere Stadt: von 1.900 auf 1.800 Euro
- Friedenstraße: von 1.600 auf 1.500 Euro
Das lässt sich nicht direkt auf das MD-Gelände übertragen. Trotzdem zeigt es: Die wirtschaftlichen Bedingungen für das größte Bauprojekt Dachaus haben sich verändert.
Gleichzeitig stellt sich eine zweite, entscheidende Frage: Werden auf dem Gelände tatsächlich die vereinbarten geförderten Wohnungen entstehen?
In den städtebaulichen Grundlagenvereinbarungen sind geförderte Wohnungen vorgesehen. Doch ohne ausreichende staatliche Fördermittel könnten sie auf Jahre hinaus nicht gebaut werden.
Dann droht ein widersprüchliches Ergebnis:
Die Stadt schafft Baurecht für ein neues Viertel – aber gerade die Wohnungen, die sich normale Haushalte leisten können sollen, entstehen womöglich nicht.
Deshalb muss vor weiteren Zugeständnissen an Vonovia geklärt werden:
Welche geförderten Wohnungen sind tatsächlich finanzierbar, wann können sie gebaut werden und was geschieht, wenn Fördermittel ausbleiben?
Sinkende Bodenwerte dürfen nicht zum Anlass werden, soziale Ziele stillschweigend aufzugeben.

Zum Autor
Kai Kühnel ist Architekt, Stadtrat für Bündnis für Dachau + Volt und Mitglied im Bau- und Planungsausschuss der Stadt Dachau.
Seine politischen Schwerpunkte liegen unter anderem bei Stadtentwicklung, Wohnungsbau und der Entwicklung des MD-Geländes.
