Bauausschuss 7.09.24
Der Bauausschuss folgte dem Vorschlag der Verwaltung die Umgestaltung des Dachauer Bahnhofareals als Projektvorschlag für die IBA unter dem Motto „Räume der Mobilität“ einzureichen.
Aus der Beschlussvorlage:
Die Anmeldung der o.g. Projektidee bei der IBA bietet eine einmalige Gelegenheit, diese zentralen städtebaulichen und verkehrsinfrastrukturellen Maßnahmen mit internationaler Expertise zu realisieren. Durch die Teilnahme an der IBA können ggf. nicht nur Fördermittel akquiriert, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung und Attraktivität der Stadt gestärkt werden, da der Blickpunkt auch auf neue Dachauer Themen – zusätzlich zur Gedenkstätte und Künstlerkolonie – durch das intenationale Interesse geweitet wird. Die Teilnahme an der IBA eröffnet ggf. zusätzliche Finanzierungs-möglichkeiten durch Partnerschaften und bisher wohl unbekannte Förderprogramme.
Neuer Bahnhof mit Erweiterung Busbahnhof Dachau
Im Rahmen dieser Projektidee sollen mehrere bereits laufende Projekte konzeptionell gemeinsam entwickeltwerden. Ein zentraler Bestandteil ist der Umbau und die Erweiterung des aktuellen Busbahnhofs, der westlich der Bahntrasse zwischen der Frühlingsstraße und der Bahnlinie liegt. Hier soll ein zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) entstehen, der unter anderem Angebote für Reisende sowie ein Fahrradparkhaus, umfasst. Diese Maßnahmen sollen den Bahnhof zu einem zentralen Mobilitätsknotenpunkt für die Region machen und die Aufenthaltsqualität sowie die infrastrukturelle Anbindung verbessern.

Fahrradparkhaus mit Bahnunterquerung
Um das neu zu errichtende Fahrradparkhaus komfortabel in die vorhandenen Strukturen einzubinden, ist eine neue Unterquerung der Bahnlinie geplant. Diese soll eine sichere und direkte Verbindung für Radfahrer schaffen, die die westliche und östliche Bahnhofsseite miteinander verbindet. Östlich der Bahntrasse ist zudem eine zusätzliche Verbindung aus nördlicher Richtung in Planung. Ziel ist es, eine kreuzungsfreie Fußund Radwegverbindung zu schaffen, die mittels einer gewendelten Brücke über die Schleißheimer Straße geführt wird und direkt an das bestehende Fuß- und Radwegenetz anschließt. Damit soll die Reisezeit für den Radverkehr zum Bahnhof deutlich verbessert und gleichzeitig die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht werden.
Vernetzung ÖPNV und Radverkehr
Die geplanten Maßnahmen verfolgen zudem das langfristige Ziel, den innerstädtischen Verkehr verstärkt auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie auf den Radverkehr auszurichten. Angesichts wachsender Heraus- forderungen durch Verkehrsaufkommen, Umweltbelastungen und Flächenverbrauch muss die Stadtentwicklung auf nachhaltige Mobilitätsformen setzen. Die aktuellen Projekte – wie der Ausbau des ZOB, die Errichtung von Fahrradparkhäusern und die Schaffung neuer Fuß- und Radwegeverbindungen – legen den Grundstein für diese Verlagerung. Sie sind ein wichtiger Schritt hin zu einer zukunftsorientierten Verkehrsstruktur, die gute Alternativen zum motorisierten Individualverkehr bietet und gleichzeitig den ÖPNV, den Radverkehr sowie weitere Arten moderner Mikromobilität als attraktive, umweltfreundliche und vor allem platzsparende Alternativen fördert. Neue intermodale und digitale Informations- und Nutzungsmöglichkeiten sollen dazu beitragen.
Integration/Anbindung Konversionsgebiete ( ehem. MD Papierfabrik, ehem. Sportgelände) und Trambahnnetz
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der IBA-Anmeldung ist die Anbindung des im Norden auf den Flächen der ehemaligen MD Papierfabrik geplanten neuen Stadtquartiers. Durch die geplante Verbindung soll das neue Stadtquartier eine zügige und durchgängige Verbindung an den Dachauer Bahnhof erhalten, was insbes. für Fußgänger und Radfahrer eine schnelle Erreichbarkeit des Bahnhofs und zu Nahversorgungs sowie Gastronomieangeboten ermöglicht. Gleiches gilt auch für die laufenden Planungen zum nahegelegenen Stadtquartier „Augustenfeld – Zentrum, ehem. Sportgelände“. Auf der Ostseite des Bahnhofs wird zusätzlich die Anbindung an das Münchner Trambahnnetz mit einer möglichen zukünftigen Trambahnlinie angestrebt. Eine Machbarkeitsstudie zur Prüfung dieser Option ist bereits im Gange. Ziel ist es, durch die Erweiterung des öffentlichen Nahverkehrsangebots die regionale und überregionale Erreichbarkeit des Bahnhofs zu verbessern und den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel weiter zu fördern.
