Klimafrevel Abriss Landratsamtgebäude

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Initiative “Landratsamt erhalten” plädiert im voll besetzten Steirer für Umdenken bezüglich des Abrisses des aktuellen Landratsamtes.

Dachau, den 20 Dezember 2022 – An diesem Dienstag lud das Bündnis für Dachau zu einer Präsentation bezüglich des Abrisses des aktuellen Landratsamtes ein. Die Vortragenden, Lukas Strasser, Andreas Strasser und Tobias Heckmair, drei Studierende aus dem Umkreis Dachau, warben für einen ökologischen Blick auf die zukünftigen Baumaßnahmen bezüglich des Landratsamtes Dachau.

Die drei Referenten, die bereits mit einem offenen Brief für Aufmerksamkeit in der SZ gesorgt hatten, appellierten für einen Erhalt des aktuellen Landratsamtes in Dachau, da die geplanten Abrissmaßnahmen, in ihren Augen, zu kurzsichtig und eindimensional gedacht sind. Die Studierenden stören sich an der sehr kurzen Lebensdauer des Landratsamts, welches erst vor 43 Jahren eröffnet wurde. In diesem massiv errichteten Gebäude steckt ein beträchtlicher Anteil an grauer Energie, und eine deutlich längere Lebensdauer wäre dafür sinnrichtig. Bei dieser Art Gebäude ist der Beton, teilweise für bis zu 100 Jahren Nutzung ausgelegt, dabei erscheint ein Abriss des funktionsfähigen Landratsamts nach nur 43 Jahren als dekadent und mehr als unökologisch.

In dem aktuellen Landratsamtsgebäude in Dachau stecken grob geschätzt 1.000 Tonnen CO2, welche bei Herstellung der Baumaterialien, Transport und Errichtung anfielen. Des Weiteren würden voraussichtlich rund 5.000 Tonnen Bauschutt bei einem Abriss anfallen, welche größtenteils nicht weiterverwendet werden und somit auf der Deponie landen würden. Wenn Materialien weiterverwendet werden, ließe sich dies unter dem Label „Greenwashing“ führen, da die Ausgangsmaterialien nach wie vor ihren Zweck im aktuellen Landratsamt erfüllen.

Bei Ihren Berechnungen und Annahmen stützen sich die drei Referenten auf den „Baukulturbericht 2022/23“ von der Baukultur-Bundesstiftung und das „Abrissmoratorium“, welchem sich über 500 führende Persönlichkeiten und Institutionen aus der Architektur- und Baufachwelt angeschlossen hatten.

Ein weiterer negativer Punkt an den Plänen für das Neubauvorhaben sind auch die finanziellen Rahmenbedingen. Da die aktuelle Kostenschätzung für das Gesamtvorhaben immer weiter verschoben wurde, erstellten die drei Studierenden eine eigene Kostenschätzung nach BKI (Baukosteninformationszentrum). Bei dieser Hochrechnung ergaben sich Kosten von mindestens 100 Millionen €, welche als konservativ betrachtet werden können, da unter anderem der Abriss des aktuellen Landratsamtes sowie Übergangsräume für die Mitarbeitenden während der Baumaßnahmen und weitere Baupreissteigerungen nicht miteingerechnet wurden.

Als verschwenderisch monieren die Studierenden abschließend, dass das aktuelle Landratsamt durchaus einen weiteren Nutzen haben könnte. Entweder durch eine anderweitige Nutzung, wie der potenziellen Schaffung von Wohnraum, oder der Erweiterung des bisherigen Landratsamtes. Die vorgebrachten Gegenargumente, wie eine zu aufwendige Sanierung, hinterlassen einen vorgeschobenen und unmotivierten Eindruck, welcher vor einigen Jahren schon falsch war und heute noch mehr aus der Zeit gefallen scheint.

Diese Lage hinterlässt den faden Beigeschmack, dass es hier nicht um einen zukunftsfähigen Verwaltungsbau geht, sondern um einen politisch motivierten Protzbau ohne Sinn für Nachhaltigkeit sowie für vorausschauende Ressourcenplanung. Enttäuscht zeigten sich die Studierenden auch über die Resonanz der Kommunalpolitik bezüglich dieses Bauvorhabens, einzig das Bündnis für Dachau hatte weiteres Interesse an den bisher genannten Argumenten und gab den Studierenden eine Bühne, während sich unter anderem die Grünen nicht ihrem Namen verpflichtet gefühlt haben. Die drei Studierenden appellieren für ein deutliches Umdenken bezüglich des Bauvorhabens des Landratsamtes. Die Blickwinkel Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit müssen in den Mittelpunkt gerückt werden, da es als schwer vermittelbar erachtet wird, Länder des globalen Südens zu Nachhaltigkeit aufzufordern, während dieser Gedanke hier sogar schon auf kommunaler Ebene scheitert.

Die Vortragenden verweisen auf den offenen Brief, welcher unter folgendem Link (www.landratsamtdachauerhalten.de) erreichbar ist. Dort kann sich auch der Initiative angeschlossen werden und in nächster Zeit werden dort auch weiterführende Informationen verfügbar sein.

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