Wasserschutzgebiet und Umgehungsstraße, das passt nicht

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Die Planungen für die Ausweisung ein neues Wasserschutzgebiet für Dachau geht in die letzte Runde. Am 19. Februar wird dazu ein Erörterungstermin stattfinden, in dem die Umweltbehörde im Landratsamt noch einmal alle Argumente zusammenbringt. Leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit, obwohl Trinkwasser uns alle angeht. 

Das Wasserschutzgebiet befindet sich östlich des Gewerbegebietes im Dachauer Moos. Das Pikante daran, die Planungen der Ostumfahrung und vor allem der Südumfahrung Hebertshausen tangieren das Wasserschutzgebiet. Die Lage des Schutzgebiets wurde leicht verändert, damit die Straßenplanung weitergehen konnte. Schlimm genug, dass die Planungen der Straße nach wie vor die sog. Kernzone III tangiert. 

Einerseits ist es ein wichtiges und starkes Zeichen dass die Dachauer Stadtwerke in der unmittelbaren Nähe Dachaus für sauberes Trinkwasser sorgen. Andererseits finden wir es schade, dass selbst die Stadtratsfraktionen über den Fortgang der Planungen aus der Presse erfahren. Ein schaler Nachgeschmack bleibt.

Sauberes Trinkwasser ist für uns alle essentiell und der Schutz des Grundwassers wird mehr und mehr eine Herkulesaufgabe. Das Grundwasser ist in vielen Regionen Bayerns mit zu viel Nitrat belastet. In einem Drittel Bayerns ist das Grundwasser in einem schlechten Zustand. Der Hauptgrund dafür ist die hohe Belastung des Grundwassers mit dem Schadstoff Nitrat. Das hat Umweltministerin Ulrike Scharf schon Ende letzten Jahres zugeben müssen. 

Beispielsweise in Niederbayern, wo Schweinehaltung industrielle Ausmaße annimmt. Laut einer Risiko-Analyse des Landesamts für Umwelt wird nach 2020 bereits fast 40% des Grundwassers über die Grenzwerte belastet sein. Dabei ist der geltende Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter Trinkwasser eh schon – dank Lobbyarbeit – eigentlich zu hoch.

Nun hat auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen Alarm geschlagen: „Die zu hohe Einträge von Stickstoffverbindungen sind eines der großen ungelösten Umweltprobleme unserer Zeit“, heißt es in einem Sondergutachten. Verantwortlich dafür ist vor allem die Intensiv-Landwirtschaft und der Verkehr. Die Belastung durch Stickoxide die von den Autos ausgestoßen werden landen letztlich in der Umwelt und zu guter Letzt im Menschen.

Grundwasserschutz, Stickoxide, Landverbrauch, wieviel Argumente brauchen wir noch um den unnötigen Umgehungsstraßen-Wahn zu stoppen. Wir sollten froh sein, dass wir noch Nitrat unbelastetes Grundwasser haben und es nicht mutwillig auf’s Spiel setzten.

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