Chefredakteur der Dachauer SZ verunglimpft Hartmann und den gesamten Stadtrat

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In der gestrigen Berichterstattung zum Ausgang der Dachauer Oberbürgermeisterwahl kommt Helmut Zeller zu einer bemerkenswerten Aussage. Er schreibt: 

„Die Niederlage beendet Bürgels konsequente Versöhnungspolitik, die bei ehemaligen NS-Opfern in Israel, den USA, Frankreich und Holland große Anerkennung gefunden hat.“ 

Was will der Autor damit ausdrücken? Gibt es irgendeinen Hinweis darauf, dass die Bedeutung dieses sensiblen Themas dem neugewählten Oberbürgermeister nicht bewusst sei?

Muß man tatsächlich daran erinnern, dass nicht die CSU, nicht die SPD, auch nicht die Grünen oder das Bündnis für Dachau mit der Versöhnungspolitik begonnen haben und eben auch nicht Peter Bürgel. Es waren die Jugendlichen dieser Stadt, die internationale Jugend-begegnung in Zeltlagern ehrenamtlich und ohne großartige Unterstützung gegen den Widerstand der CSU durchgezogen haben.

Erst viele Jahre später griff die Stadtpolitik – das erste mal unter dem damaligen Oberbürgermeister Piller dieses Thema auf – noch immer gegen den Argwohn der alten CSU, wo nur einige junge Mitglieder die Chance erkannten. Das Verdienst von Peter Bürgel war und ist es, seine Partei zu bewegen, ihre starre Haltung aufzugeben und eine Politik in Richtung Lernort zu akzeptieren. Die meisten anderen Gruppierungen im Stadtrat hatten das schon begriffen oder setzten sich, wie der damalige Kulturreferent Bruno Schachtner aus dem Bündnis für Dachau längst aktiv dafür ein.

Was also sollte sich durch Bürgels Niederlage daran ändern? Auch wenn Bürgel den Eindruck erweckt hat: Die Versöhnungspolitik war eben keine Sache der CSU, sondern musste ihr, wie viele andere sehr vernünftige politische Entscheidungen, z.B. die Einrichtung des Kulturamtes mit der Ergänzung Zeitgeschichte, die Abkehr von der Kohlepolitik, ja gar die Einführung eines Referenten für Zeitgeschichte mühevoll abgerungen werden. 

Wir erinnern uns noch schmerzlich an die Groteske der CSU, als sie mit aller Gewalt die Ausstellung „Gesichter des Widerstands“, sehr einfühlsamer Portraitfotos ehemaliger griechischer Widerstandskämpfer gegen die Naziokkupation Griechenlands, verhindern wollte. Von Bürgel war damals nichts zu hören.

Mit der Ära Bürgel endet vielleicht eine Bauträger-Förder-Politik, aber sicher nicht die Versöhnungspolitik. Die Dachauer wissen das.
Ehemalige, aktuelle und zukünftige Stadträtinnen und Stadträte des Bündnis für Dachau
Gabriele Steinlechner, Hans Hechendorfer, Bruno Schachtner, Emmo Frey
Sabine Geißler, Kai Kühnel, Dr. Bernhard Räpple,

Michael Eisenmann, Bernhard Sturm

Ein Kommentar

  1. Diesem Beitrag kann man nur zustimmen. Es war ja nicht nur der Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, der in den letzten Tagen geäußert hat, mit der Abwahl Bürgels würde dessen Aussöhnungspolitik ein Ende finden. Wer Florian Hartmann kennt, weiß, dass dieser sich nicht weniger um Aussöhnung bemühen wird, als sein Vorgänger. Florian Hartmann hat in den letzten Jahren mehr als einmal bewiesen, dass er sich nachdrücklich um eine kritische Aufarbeitung der KZ-Geschichte und eine Aussöhnung mit den Opfern des Faschismus und deren Nachkommen bemüht. Und er wird darin künftig von zahlreichen Stadträtinnen und Stadträten unterschiedlicher Fraktionen unterstützt werden. Auf Aussöhnungspolitik gibt es kein Parteimonopol. Wer solches behauptet verhöhnt alle, die guten Willens sind.

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