Warum in dieser Wahlperiode keine Entscheidung fallen kann
Die Planungsmittel für die mögliche Unterführung am Stadtbahnhof wurden aus dem Haushalt gestrichen. Damit ist klar, dass in dieser Stadtratsperiode keine grundlegende Entscheidung zur Unterführung und auch nicht zur verkehrlichen Anbindung des MD-Geländes getroffen werden kann.
Ohne Planungsmittel lassen sich weder Kosten noch Zeitrahmen noch Auswirkungen verlässlich beurteilen. Und ohne gesicherte Finanzierung kann ein Stadtrat auch kein Projekt dieser Größenordnung beschließen. Das ist kein Rückschritt, sondern eine realistische Feststellung der Lage.
Welche Alternativen ernsthaft geprüft werden müssen
Gerade weil es um ein Thema geht, das Verkehr, Haushalt, Anwohner und die Entwicklung des gesamten MD-Geländes zugleich betrifft, sollte es offen und ohne Vorfestlegungen diskutiert werden. Dazu gehört auch der Blick auf Alternativen: keine Unterführung, dafür eine angepasste, kleinere oder anders organisisierte Bebauung des MD-Geländes, die die vorhandene Infrastruktur nicht überlastet; verkehrsarme Varianten, die Bus und Rad in den Mittelpunkt stellen; oder schrittweise Lösungen, die Kosten und Bauzeit begrenzen.
All diese Optionen verdienen es, ohne Druck und ohne Zeitnot geprüft zu werden.
Warum ein 18 Jahre alter Plan heute neu bewertet werden muss
In den vergangenen 18 Jahren haben sich viele Rahmenbedingungen verändert – verkehrlich, finanziell, stadtplanerisch. Ein Plan, der so lange unverändert in der Schublade liegt, muss heute neu hinterfragt werden dürfen. Das Bündnis nimmt sich die Freiheit, ein Projekt dieser Größenordnung aufmerksam und kritisch zu begleiten. Wenn wesentliche Parameter nicht mehr stimmen, gehört dazu auch, Grundannahmen neu zu prüfen. Schließlich tragen diejenigen, die heute in Dachau leben, die Folgen aller Entscheidungen – in ihrer Mobilität, ihrem Wohnumfeld und in der Finanzierung unserer Infrastruktur.
Ein sachlicher Neubeginn für den nächsten Stadtrat
Der neu gewählte Stadtrat wird im kommenden Jahr die Chance haben, genau das zu tun: offen, gründlich und mit Blick auf das, was Dachau wirklich braucht. Die Entscheidung fällt nicht mehr in dieser Wahlperiode – und genau deshalb kann der nächste Stadtrat einen sachlichen Neubeginn wagen.
Es geht darum, eine Lösung zu finden, die für die ganze Stadt funktioniert – langfristig, verantwortungsvoll und ohne dass jemand überrumpelt wird.
