Erstickt Dachau im Stau? – Sanierung des Allacher Tunnels und seine Folgen

Avatar von Michael EisenmannGepostet von

nach nur 30 Jahren muss der Allacher Tunnel schon wieder für über 200 Mio. EUR vollständig saniert und erweitert werden. Dazu gab es kürzlich eine Information im Allacher Bezirksausschuss über die der Dachauer Kurier (Link zum Artikel) ausführlich berichtete.

Zusätzlich soll in den nächsten Jahren auch noch der erst 2006 eröffnete Westabschnitt der A99 ausgebaut werden (Link zum Artikel im Merkur). Auch hier wird es negative Auswirkungen für den Landkreis und der Stadt Dachau geben.

Eine Anfrage von Stadtrat Michael Eisenmann

Dazu stellt das Bündnis für Dachau folgende

Anfrage:

  • Gibt es, wie berichtet, bereits Kontakte zwischen der Autobahndirektion Südbayern (AD Süd) und der Stadt Dachau bezüglich Maßnahmen zur Abmilderung der Sanierungsfolgen für Dachau? Wenn ja, welche Maßnahmen wurden hier angesprochen?
  • Die AD Süd schlägt den beschleunigten Ausbau von Radschnellwegen vor. Gibt es dazu von der AD Süd Zusagen zur Finanzierung.
  • Eine Hauptlast des Umgehungsverkehrs im Raum Dachau wird wahrscheinlich die B471 zu tragen haben. Gibt es hier Maßnahmen, um die Pünktlichkeit der Expressbuslinien nach Garching und Fürstenfeldbruck, z.B. durch Busstreifen, zu sichern?
  • Im Artikel wird eine neue Expressbuslinie X730 von Schwabhausen nach Pasing erwähnt. Wird diese neue Linie von der AD Süd finanziert?
  • Gibt es weitere Verkehrswege, wie z.B. S-Bahn Nordring, Trambahn nach Dachau, Urbane Seilbahnen, weitere Expressbuslinien etc., die in diesem Zusammenhang ausgebaut werden sollen und gibt es dazu Finanzierungszusagen durch die AD Süd.

Begründung:


Im Großraum München besteht trotz des Trends zu mehr Home-Office ein erheblicher Bedarf an zusätzlichen Mobilitätskapazitäten. Exemplarisch ist dies eben auch am Allacher Tunnel zu erkennen. Dort wurde, wie zu damaliger Zeit üblich, nur die Straßeninfrastruktur ausgebaut. Der öffentliche Nahverkehr und die Radwegeinfrastruktur wurden nicht ausgebaut. In der Folge ist der Straßenverkehr erheblich angestiegen, so dass 30 Jahre später die gebaute Infrastruktur schon nicht mehr ausreicht.

Insofern ist die Herangehensweise der AD Süd zur anstehenden Sanierung und Kapazitätserweiterung des Allacher Tunnels zu begrüßen. Nur durch einen dauerhaften Ausbau der ÖPNV- und Radwegeinfrastruktur kann der zusätzliche Mobilitätsbedarf langfristig abgedeckt werden.

Radschnellwege können hier neben dem Ausbau des ÖPNV einen entscheidenden Mehrwert bieten:

  1. Radschnellwege ermöglichen es, schnell und sicher mit dem Fahrrad zur Arbeit zu gelangen und somit Zeit und Stress im Berufsverkehr zu sparen.
  2. Durch die stetige Verbreitung von e-Fahrrädern wird das Pendeln zu Arbeitsstätten in München immer attraktiver.
  3. Radschnellweg benötigen nur sehr wenig Platz, um einen nennenswerten Beitrag zur Steigerung der Mobilitätskapazitäten zu leisten.
  4. Durch die Nutzung von Radschnellwegen die Gesundheit gefördert und einen Beitrag zum Umweltschutz durch klimafreundliche Mobilität geleistet werden

Um diese Vorteile zu heben, werden allerdings auch die entsprechenden finanziellen Mittel benötigt, um diese Wege attraktiv auszugestalten. Und nur ein attraktives Angebot wird in Zukunft Menschen dazu bewegen auf das Fahrrad umzusteigen.

Hinterlasse einen Kommentar (nur Klarnamen werden freigeschalten)