Quo Vadis Dachauer Moos (Teil 1) – Warum kann der Verein Dachauer Moos für die ganze Region sprechen?

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Warum ist es uns einen Blog-Beitrag wert, wenn am Donnerstag letzter Woche die Mitgliederversammlung des Verein Dachauer Moos e.V. stattgefunden hat?
Mitglieder im Verein sind überwiegend die um das Dachauer Moos gruppierte Anliegergemeinden und Landkreise. Diese sind in der Mitgliederversammlung vertreten durch die Bürgermeister und Landräte.

Der Verein sieht sich selbst als kommunaler Verein für eine landkreisübergreifende Förderung der Artenvielfalt, Naturschutz, Landschaftspflege, Klimaschutz und Umweltbildung. Allgemein soll laut Satzung die Kulturlandschaft auf dem Vereinsgebiet erhalten werden. 

Der Verein Dachauer Moos wird als quasi Wortführer und Vertreter des Landkreises zu den Themen Naturflächen, Landschaftsplanung und Erholungsflächen betrachtet.

Auffällig ist, der Verein Dachauer Moos e.V. wird in der öffentlichen Wahrnehmung zwischenzeitlich als quasi Wortführer und selbstverständlicher Vertreter des Landkreises zu den Themen Naturflächen, Landschaftsplanung und Erholungsflächen gesehen. In seinem Selbstbild sieht sich der Verein als „Akteur“ im Naturschutz. 

Jedoch, in diesem Selbstbild liegt eine gewisse Brisanz. Denn es gibt natürlich einige „Akteure“ mehr, die überregional gezielt Artenschutz- und Pflegemaßnahmen planen, organisieren, koordinieren und umsetzen. Das sind natürlich die Naturschutzverbände, aber auch der Landschaftspflegeverband mit den Landwirten, der Forst und die Fischerei. Sehr oft geschieht das alles ehrenamtlich.

Welche grundlegenden Leitziele und Positionen zum Natur- und Landschaftsschutz gelten für das Dachauer Moos.

Es stellt sich die Frage, welche Grundlegenden Leitziele und Positionen zum Natur- und Landschaftsschutz sind Konsens in der regionalen Entwicklungsplanung. Denn eigentlich sind es ja genau diese Leitziele, die maßgeblich sein sollten für die „Akteure“ im und um das Dachauer Moos.

Gemäß Kapitel B I 1 des Regionalplan, Natur und Landschaft:
Punkt 1.1  Leitbild der Landschaftsentwicklung
Unterpunkt G 1.1.1
gelten die Ziele:

  • Wiederherstellung feuchter Auen und Niedermoor-Standorte
  • Erhaltung und Entwicklung kleinräumiger Landschaftsstrukturen
  • Wiederherstellung feuchter Auen und Niedermoorstandorte
  • Sicherung des Biotopverbundes im Übergang zum Ampertal
  • Sicherung der Hecken, Gehölzbestände, bachbegleitenden Grünstrukturen und Grabensysteme
  • Auf geeigneten Standorten Neuanlage von Wald
  • Erhaltung und Weiterentwicklung der stadtnahen Erholungslandschaft

„Hierzu sollen in allen Regionsteilen die Funktionen der natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Wasser und Luft sowie die landschaftstypische natürliche biologische Vielfalt nachhaltig gesichert werden. Visuell besonders prägende Landschaftsstrukturen sollen erhalten werden“.

  • Die Fragmentierung von Landschaftsräumen soll möglichst verhindert werden.

Bemerkenswert ist, der Regionalplan gewichtet den Naturschutz wesentlich höher als den Nutzen durch Freizeit. Mehr dazu in Teil2.

Warum sehen wir das Selbstbild und den Automatismus, dass der Verein Dachauer Moos sich als Hauptansprechpartner für Belange rund um die Natur in der Region sieht, als problematisch an?

Ein Überblick zeigt, seit nahezu 10 Jahren laufen Planungen und Leitbildprozesse die direkt oder indirekt Auswirkungen auf die Entwicklung des Dachauer Mooses haben. Oftmals, leider ohne kritische Begleitung der Öffentlichkeit. 

Hier mal die Übersicht der Projekte
Seit 2013 gab es ein Vielzahl von Regional-Projekten, bei denen der VDM irgendwie beteiligt war

  • 2013 – 2020 Biodiv-Projekt „Neues Leben im Dachauer Moos“
  • 2014 – Start Freiraumkonzeption München 2030
  • 2015 – Konzeptgutachten Freiraum München 2030
  • Ab 2016 – Freiraumkonzept MUC – strategischer Masterplan für eine Grüngürtel-Teillandschaft.
  • 2016 – Planungsverband MUC-Workshop I „Freiraum • Landschaft • Naherholung in der Region München“.
  • 2017 – Planungsverband MUC-Workshop II Unsere Landschaft: Konzepte und Konflikte“.
  • 2019  Wegekonzeption für den Münchner Grüngürtel – Studie
  • 2019 – Studie „Wege machen Landschaft“.
  • 2019 – Fachsymposium – Gemeinsame Wege
  • 2020  Planungsverband MUC-Workshop III„Freiraum • Landschaft • Naherholung in der Region München“
  • Ab 2020 – EU-Projektes Los Dama! Lebenswerte Freiräume, Landschaftsschatzkarte „Sei Mein Schatz“
  • TUM Bachelor Projekt – Neue Dachauer Moosgeschichte(n) – strategisch planen und entwickeln
  • Masterarbeit Kalterbach
  • Der Verein Dachauer Moos e.V. ist Natura 2000-Partner für den LK-Dachau.
  • Verein Dachauer Moos e.V. soll das LEADER Projekt (Dachau Agil) „CO2-Kompensation in der Region“ begleiten.

Auffällig ist, bei diesen Projekten tritt der VDM quasi als Meinungsführer, Sprecher und auch als Akteur für die Kommunen in der Region des Dachauer Moos auf. Fachliche, kritische Auseinandersetzungen finden, wenn überhaupt, erst statt, wenn schon Pflöcke eingerammt wurden. Unsers Erachtens stimmt die Gewichtung nicht, auch bei den Konzepten der Stadt München und des Planungsverbands. Prominent wird der Erhalt der Natur eingefordert – aber ein echter Schutz der Naturflächen steht in weiter Ferne.

Und allzu oft kostet es dann den Verbänden in ehrenamtlicher Arbeit viel Zeit und Energie hier noch was zu reparieren. Das wäre nicht nötig, wenn hier viel früher Abstimmungen stattfinden würden.

In Teil 2 werden wir hinterfragen, gibt es ein Mandat (wenn es denn eines gibt), bei den überregionalen Projekten als Meinungsführer aufzutreten?
Und was das Bündnis für Dachau konkret für die weitere Strategie zum Dachauer Moos fordert.

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