EOF-Förderung bricht ein – was das für Dachau und das MD-Gelände bedeutet

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Ein aktueller Bericht in der Süddeutschen Zeitung zeigt deutlich, wie angespannt die Lage bei der Förderung von bezahlbarem Wohnraum inzwischen ist:
👉 Heute in der SZ (Bezahlschranke):
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-foerderung-eof-sozialwohnungen-miete-quadratmeter-kosten-li.3469210

Förderung bricht ein – Bedarf bleibt enorm

Die Zahlen sind alarmierend: In München konnten im Jahr 2025 lediglich 83 EOF-Wohnungen gefördert werden. Gleichzeitig warten dort über 50.000 Menschen auf eine geförderte Wohnung. Dieses Missverhältnis macht deutlich: Die vorhandenen Fördermittel reichen bei weitem nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf zu decken.

Hinzu kommt, dass die verfügbaren Mittel drastisch zurückgegangen sind. Während in den Jahren zuvor noch zwischen 80 und über 200 Millionen Euro jährlich zur Verfügung standen, waren es zuletzt nur noch rund 29 Millionen Euro. Auch wenn der Freistaat inzwischen zusätzliche Mittel angekündigt hat, bleibt die grundsätzliche Problematik bestehen: Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich.

Was das für Dachau konkret bedeutet

Für Dachau und insbesondere das geplante MD-Gelände ergeben sich daraus klare Konsequenzen.

Erstens: Dachau steht im direkten Wettbewerb mit der Landeshauptstadt um diese Fördermittel. Wenn selbst München seinen Bedarf nicht annähernd decken kann, ist nicht davon auszugehen, dass im Umland ausreichend Mittel verfügbar sein werden.

Zweitens: Die Hoffnung, dass auf dem MD-Gelände in nennenswertem Umfang geförderter Wohnraum entsteht, erscheint vor diesem Hintergrund zunehmend unrealistisch. Förderprogramme wie die EOF sind kein verlässliches Instrument mehr, sondern unterliegen starken Schwankungen und politischen Prioritäten.

Drittens: Ohne aktives Eingreifen der Stadt – etwa durch eigene Flächenpolitik oder den Einsatz erheblicher finanzieller Mittel – wird geförderter Wohnraum kaum entstehen. Gleichzeitig zeigt das Beispiel München, dass selbst große Städte solche zusätzlichen Anstrengungen nicht dauerhaft leisten können.

Grundsatzfrage für die Dachauer Baulandpolitik

Die aktuellen Entwicklungen werfen zudem grundsätzliche Fragen zur Wirksamkeit der sozialgerechten Bodennutzung in Dachau auf. Denn dieses Modell setzt voraus, dass geförderter Wohnraum über Programme wie die EOF auch tatsächlich realisiert werden kann. Die vorliegenden Zahlen zeigen jedoch, dass diese Voraussetzung zunehmend nicht mehr gegeben ist.

Aus unserer Sicht bestätigt der Artikel daher unsere bisherige Einschätzung: Die Erwartung, über das MD-Gelände einen relevanten Beitrag zum bezahlbaren Wohnen zu leisten, ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht realistisch.

Wer bezahlbaren Wohnraum schaffen will, darf sich nicht allein auf Förderprogramme verlassen – denn diese reichen längst nicht mehr aus.

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