Grundwasser – Grundlage für nachhaltige Landwirtschaft im Dachauer Moos

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Der Freistaat verbessert endlich die Förderbedingungen zur Sanierung und Wiedervernässung von Moorböden, hält aber immer noch Popanze hoch.

Das Kabinett hat letzte Woche endgültig anerkannt, Klimaschutz durch Moorbodenschutz ist als überwiegendes öffentliches Interesse einzustufen. Damit werden endlich die Forderungen von Naturschutzverbänden und auch des Bündnis für Dachau für das Dachauer Moos aufgegriffen.

Link zu: > Freistaat stellt Weichen für mehr Klimaschutz durch Moorbodenschutz

Angesichts der rapide fallenden Grundwasserstände wird es nur und ausschließlich über das Anheben des Grundwasserspiegels möglich sein, dauerhaft eine Bewirtschaftung der Böden im Dachauer Moos (und nicht nur dort) erhalten können.

So ist es geradezu grotesk, wenn in der Pressemitteilung ernsthaft behauptet wird, dass „Anhebung des Wasserstands einen Wertverlust und erhebliche Reduktion der Wertschöpfungsmöglichkeiten“ darstellt. Dieser Satz beweist, die Staatsregierung hat immer noch nicht kapiert, was die Klimakrise bedeutet.

Seit dem „Masterplan Moore“ von 2018, hat es sage und schreibe 5 Jahre gedauert, bis die Söder-Regierung erkannt hat, ohne finanzielle Mittel wird es nix mit den hochtrabenden Versprechungen
und Sonntagsreden zum Mooschutz in Bayern.

Aber die nun angekündigten Förderungen bleiben vage und werfen für die Aktiven im Natur- und Klimaschutz weitere Fragen auf. Zwar haben die Minister*Innen endlich beschlossen, dass es künftig eine 100 Prozent Finanzierung von Moorschutzmaßnahmen geben soll. Aufgrund der vielen Ankündigungen für Maßnahmen in der Vergangenheit muss man weiterhin skeptisch bleiben und das Ganze kritisch verfolgen.

Liebe Staatsregierung, hört endlich auf Popanze in die Luft zu halten und setzt euren „Masterplan“ um und kümmert euch drum, was mit dem Grundwasser passiert.

Der Bayerische Rundfunk hat im Mai 2023 für Franken exemplarisch versucht herauszubekommen, wieviel Grundwasser entnommen wird.

Wasserentnahmen in Bayern: Wie ahnungslos die Behörden sind.
Der BR hat bei allen Kreisverwaltungsbehörden in den zwölf Landkreisen und kreisfreien Städten in Unterfranken nach den Daten zu den Wasserentnahme-Rechten angefragt.
Mitunter hieß es aus den Behörden, dass Mitarbeiter mehrere Tage beschäftigt waren, um Daten aus vielen in Papierform vorliegenden Bescheiden zusammenzutragen. Es gebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
> Für mehr als die Hälfte der Wasserrechte konnten die Ämter nicht sagen, wie viel Wasser im Jahr 2021 tatsächlich aus dem Boden und aus Flüssen geholt wurde.

Dabei hätte das Landesamt für Umwelt sogar eine Tipp für Grundwasserschutz.
Mit der Initiative „Grundwasserschutz durch Ökologischen Landbau“
Erkenntnis: „Der ökologische Landbau entspricht den Anforderungen einer grundwasserverträglichen und nachhaltigen Landwirtschaft am besten.“
> Keine synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Stickstoffdünger.
> Anbau von Zwischenfrüchten als Gründüngung und Bodenbedeckung
> Bodengesundheit als wesentliche Grundlage für eine gute Pflanzenernährung und -gesundheit.
> Antibiotikaeintrag reduzieren.

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