Herrmann-Ehrlich Preis für Cyrus Mahmoudi

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Das Bündnis für Dachau zeichnet Cyrus Mahmoudi mit dem Herrmann-Ehrlich Preis aus.

Mit dem Preis ehrt das Bündnis den 1. Vorsitzenden der Kreisgruppe Dachau des Landesbund für Vogel- und Naturschutz für sein selbstloses Engagement im Natur- und Artenschutz im Landkreis.

Um Naturschutzprojekte zu realisieren braucht es Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit. Naturschutz ist weder Hobby noch gelegentliche Freizeitbeschäftigung – Naturschutz ist Berufung und Verpflichtung im Ehrenamt. Oft gegen Widerstände konnte Cyrus Mahmoudi viele Projekte anstoßen, umsetzen und maßgeblich in den Gremien für Naturschutz und Umweltbelange mitwirken.
Jedoch sind alle Erfolge fragil. „Ohne Schutzstatus können die Naturflächen nicht gegen den Freizeitdruck aber auch den Begehrlichkeiten weiterer Erschließungen geschützt werden“, wie Cyrus Mahmoudi in seiner Rede deutlich machte.

Das Bündnis für Dachau zeichnet Cyrus Mahmoudi mit dem Herrmann-Ehrlich Preis aus für selbstloses Engagement
im Natur- und Artenschutz

Cyrus Mahmoudi scheut in Beiräten und Gremien keine klaren Worte wenn es darauf ankommt und wenn Missstände oder Fehlentwicklungen zu Tage treten. Aber immer faktenbasiert und auf der Suche nach Konsens. So kommt es naturgemäß dazu, dass Gegenkräfte hervorgerufen werden. Insbesondere wenn „Mit-Protagonisten zu Antagonisten“ werden. Diese Konfrontation ist oft genug auch parteipolitischen oder schlicht Eigeninteressen geschuldet. Damit ist Wiederstand vorprogrammiert.

Was zeichnet einen Vorsitzenden eines Vogelschutzvereins aus, dass er eine Preis für bewusstes bürgerschaftliches Engagement und Zivilcourage bekommt? Dieser Antwort kam Bernhard Sturm, Bündnis Mitglied und 2. Vorsitzender des LBV Dachau, mit seinem Redebeitrag näher.
Bernhard Sturm machte deutlich, dass sich der Naturschutz inzwischen in der Mitte von gesellschaftspolitischen Debatten und Prozessen befindet. Nicht zuletzt, da die allseits spürbaren Folgen der Auswirkungen des Klimawandels draußen in den Biotopflächen hautnah erlebbar sind.

Es ist ja nicht so, dass wir als Gesellschaft ein Erkenntnisproblem haben. In Sonntagsreden kann man landauf, landab hören wie wichtig es sei, etwas zu tun. Es herrscht eine Diskrepanz zwischen „das, was gemacht werden müsste“ und letztlich, „was getan wird.“ Es ist schier unverständlich und frustrierend, wenn wir sehen, dass weiter das Moos entwässert wird, obwohl wir wissen, dass der Grundwasserspiegel im Moos permanent sinkt. Obwohl wir auch wissen, dass durch die Entwässerung der Boden massiv Treibhausgase emittiert. Täglich sehen sich die Aktiven der Naturschutzverbände mit den Folgen konfrontiert, wenn sich beispielsweise die Feuchtwiesen zu Trockenrasen verwandeln. Gerade am Dachauer Moos, mit all den Herausforderungen wie Erschließungsdruck und den Folgen des Klimawandels sieht man, wie wichtig es ist Naturschutzverbände und Menschen wie Cyrus Mahmoudi zu haben.

Damit nicht genug. So sieht sich im Speckgürtel von München der Naturraum noch zusätzlich belastet durch nicht enden wollende Pläne von weiterer Freizeiterschließung, von Siedlungs- und Gewerbegebieten und einer Orgie von Straßenausbau- und Neubauplänen. Cyrus Mahmoudi rief die Anwesenden Politiker*Innen dazu auf, genauer hinzusehen, was in der Region geplant ist. „Besucherlenkung und Umweltbildung sind zwar wichtig aber leider auch nutzlos ohne klare Regeln und die Ahndung von Verstößen. Leider gibt es auch hier auf politischer Ebene kein ernsthaftes Konzept und keinen erkennbaren Willen Ökoflächen und seltene Arten gegen diese Lawine in Zeitlupe besser zu schützen.“ Ganz Konkret der Apell, die Pläne der Umfahrungen von Dachau und Hebertshausen endlich zu stoppen und die letzten Refugien an der Amper zu schützen.
Cyrus Mahmoudi hob in seiner Rede nochmal die Dringlichkeit eines verbindlichen Schutzstatus von Naturflächen im Landkreis Dachau hervor. „Wie kann es sein, dass der der Landkreis Dachau im Vergleich zu den Nachbarlandkreisen nur ein Zehntel zu Freising und ein Fünftel zu Fürstenfeldbruck an Naturschutzgebieten hat.“
Konkret sprach er den anwesenden Stellvertretenden Landrat Zech an: „Die Ottershauser Amperschleife ist seit über 25 Jahren Naturschutzgebiet Erwartungsland. Ebenso wie der Biotopverbund Thalhausen bei Altomünster. Es ist im Grunde unverständlich, dass hier noch keine Naturschutzgebiete ausgewiesen wurden“.

Als Laudator konnte das Bündnis den 1. Vorsitzenden des Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern, Norbert Schäffer gewinnen.

Norbert Schäffer wies in seiner Rede darauf hin, dass ehrenamtliche Naturschutzarbeit gerade in diesen Zeiten unverzichtbar ist und die Aufgaben immer umfangreicher und komplexer werden. Er wies eindringlich darauf hin, wie ungleich die Kräfteverhältnisse sind, wenn es einerseits um Naturzerstörung und andererseits um Naturschutz geht.

Laudator, der 1. Vorsitzende des LBV, Norber Schäffer: Ehrenamtliche im Naturschutz bekommen viel zu wenig Aufmerksamkeit als sie verdient hätten

„Wir als Naturschutzverbände müssen bei den Naturschutzmaßnahmen immer eigenes Geld mitbringen um Fördergelder zu bekommen. Hundert Prozent werden nie gefördert.“ So Norbert Schäffer. Er stellte dann die Frage: „Würden unsere Straßenplanungen nicht anders laufen, wenn Planungsbüros und Baufirmen, analog zum Naturschutz, auch einen Eigenanteil an den Entstehungskosten für Straßen und Baugebiete aufbringen müssten?“
Norbert Schäffer wies in seiner Rede eindrücklich darauf hin, wie stark derzeit der Naturschutz unter Druck steht. Nachdem noch zum Ende der 2010er Jahre Natur- und Klimaschutz einen hohen gesellschaftspolitischen Stellwert gehabt hat, so hat sich das nun gedreht. Es wird immer schwieriger, die Belange der Natur zu vertreten. Mit persönlichen Anfeindungen bis hin zu massiven Bedrohungen als Folge.

„Ehrenamtliche im Naturschutz bekommen viel zu wenig Aufmerksamkeit als sie verdient hätten.“ So Norbert Scheffer. Tatsächlich kann man schon ins Grübeln kommen, wenn zum Beispiel, wie im Wahlkampf, Trachtenvereine und Gebirgsschützen vom Ministerpräsidenten gelobhudelt, Ehrenamtliche im Naturschutz aber wegignoriert werden. So dankte er dem Bündnis für Dachau ausdrücklich für die Ehrung von Cyrus Mahmoudi. Er bezeichnete Cyrus Mahmoudi als Paradebeispiel eines LBV-Vorstands. „Man müsste ihn klonen“, meinte er. Das kann unterstrichen werden.

Dem Bündnis für Dachau ist es wichtig hier ein Zeichen zu setzen und engagierte Menschen wie Cyrus Mahmoudi auszuzeichnen. Darum geht der Herrmann-Ehrlich Preis zurecht an ihn.

Cyrus Mahmoudi lebt die Kriterien des Preises:
Bewusste Bürgerschaft, Zivilcourage, soziales Engagement und lokaler Wirkungskreis.

Herzlichen Glückwunsch dafür.

Die Jury und die Vorstandschaft des Bündnis für Dachau

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